Arbeitsgelegenheiten

Was sind Arbeitsgelegenheiten?

Arbeitsgelegenheiten sind Zusatzjobs („sog. 1-Euro-Jobs“) mit der Zielsetzung, Langzeitarbeitslose wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Diese Tätigkeiten sollen einerseits die soziale Integration fördern, andererseits aber auch die Beschäftigungsfähigkeit aufrechterhalten, um die Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen.

 

Bei Arbeitsgelegenheiten sind keine sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnise und müssen grundsätzlich im öffentlichen Interesse liegen und dürfen keine regulären Beschäftigungsverhältnisse verdrängen oder die Einrichtung von Arbeitsplätzen verhindern.

 

 

Was sind Zusatzjobs?

Zumutbare, nicht sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (sogen. Sozialrechtsverhältnisse) mit Arbeiten, deren Erledigung im öffentlichen Interesse liegt und die ohne die Förderung nicht, nicht in demselben Umfang oder erst später durchgeführt würden. Die Teilnehmer erhalten das Arbeitslosengeld II (ALG II) weiter und bekommen dazu eine angemessene Aufwandsentschädigung, die nicht auf die Leistung angerechnet wird. Über den ALG II-Bezug besteht weiter Versicherungsschutz in der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Der Aufwand des Trägers kann durch eine Maßnahmekostenpauschale erstattet werden.

 

 

Ziele der Arbeitsgelegenheiten

- Heranführung von Langzeitarbeitslosen an den Arbeitsmarkt

- Förderung der sozialen Integration

- Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit

- Feststellung von Eignungs- und Interessensschwerpunkten

- Reduzierung der Hilfebedürftigkeit

- Unterstützung der Solidargemeinschaft

 

 

Personenkreis für Arbeitsgelegenheiten

Grundsätzlich können Berechtigte nach § 7 SGB II (erwerbsfähige Leistungsberechtigte ALG II-Bezieher zwischen 15 und 64 Jahren, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben; unter bestimmten Voraussetzungen auch erwerbsfähige Personen aus deren Bedarfsgemeinschaft) an Arbeitsgelegenheiten teilnehmen.

 

Für besondere Zielgruppen, wie z. B. Menschen

 

- mit Suchtproblematik

- mit Schulden

- mit gesundheitlichen Einschränkungen

- mit vorhandener oder drohender Wohnungslosigkeit

 

bietet das Jobcenter Freiburg im Rahmen des kommunalen Beschäftigungsprogramms auch Arbeitsgelegenheiten mit intensiver sozialpädagogischer Betreuung an.

 

 

Fördervoraussetzungen

Das Arbeitsergebnis muss der Allgemeinheit im Geltungsbereich des SGB II unmittelbar zu Gute kommen. Arbeiten, deren Ergebnis überwiegend erwerbswirtschaftlichen Interessen oder den Interessen eines begrenzten Personenkreises oder den Interessen Einzelner dient, liegen nicht im öffentlichen Interesse.

 

Die durchzuführenden Arbeiten müssen zusätzlich sein, das heißt, dass sie ohne die Förderung unterbleiben oder erst frühestens in 2 Jahren durchgeführt werden. Zusatzjobs dürfen reguläre Beschäftigungsverhältnisse nicht verdrängen oder beeinträchtigen.

 

Die Schaffung neuer Arbeitsplätze darf nicht gefährdet oder verhindert werden. Bestehenden Unternehmen am Markt für Güter und Dienstleistungen dürfen durch die Zusatzjobs keine Wettbewerbsnachteile entstehen.

 

Die Zusatzjobs müssen den Erfordernissen des regionalen Arbeitsmarktes gerecht werden. Sie sollen zur Sicherstellung einer rechtssicheren Bewilligung und passgenauen Besetzung konkret und ausführlich beschrieben sein.

 

 

Zuweisung in Arbeitsgelegenheiten

Die Zuweisung von Berechtigten erfolgt durch die Arbeitsvermittler/Fallmanager. Diese entscheiden unter Berücksichtigung der Verhältnisse im Einzelfall über die Dauer der Zuweisung. Im Regelfall wird die Zuweisungsdauer bis zu 6 Monate betragen. Es dürfen nur vom Jobcenter Freiburg zugewiesene Teilnehmer beschäftigt werden.

 

 

Arbeitszeit

Das Jobcenter Freiburg hat für ihren Zuständigkeitsbereich die wöchentliche Arbeitszeit in Zusatzjobs in der Regel auf bis zu 20 Stunden begrenzt. Die Teilnehmenden an Arbeitsgelegenheiten sind auch während der Zuweisungszeit verpflichtet, ihre Eigenbemühungen zum Einstieg/Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt fortzusetzen und sollen den entsprechenden Freiraum hierzu erhalten.

 

 

Mehraufwandsentschädigung

Die Mehraufwandsentschädigung (MAE) wird nur für tatsächlich geleistete Arbeitsstunden gewährt. Die Arbeitsstunden sind vom Träger nachzuweisen. Der Träger hat die den Teilnehmern zustehende MAE unverzüglich und ohne Abzüge auszuzahlen. Für Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, für Urlaubstage oder sonstige Fehlzeiten steht dem Teilnehmer keine MAE zu.